Verschwiegenheit und Diskretion

Butler und persönliche Assistent*innen bewegen sich in ihrem dienstlichen Alltag oft sehr nah am Geschehen. Als enge Angestellte werden sie nicht selten Augen- und Ohrenzeuge brisanter oder gar delikater Vorgänge. Doch so erstaunlich das Gesehene oder Gehörte auch sein mag: Nichts davon darf nach außen dringen. Verschwiegenheit und Diskretion gehören daher zu den Kardinaltugenden jedes Butlers.

5 Tipps für gelingende Diskretion

Wie lassen sich Verschwiegenheit und Diskretion am besten von Anfang an einüben und worauf sollten Assistenten, Manager, Chauffeure und sonstige Dienstboten unbedingt achten? Nachfolgend finden Sie 5 Tipps für die Bewahrung von Dienstgeheimnissen:

Tipp 1: Lernen Sie, verschwiegen zu sein!

„Verrate nicht eines anderen Geheimnis.“ Diese biblische Weisheit sollte jedem Butler und Dienstboten immer vor Augen stehen. Sofern es Ihnen bislang noch schwerfällt, in jeder Situation absolutes Stillschweigen zu bewahren, sollten Sie als angehender Butler oder Hausangestellter unbedingt Verschwiegenheit einüben. Tun Sie dies zunächst in Ihrem privaten Umfeld mit einer einfachen Übung: Prüfen Sie alles, was Sie einem anderen Menschen weitererzählen wollen darauf, ob es 1. wahr, 2. gut und 3. nützlich ist. Sind diese drei Eigenschaften nicht erfüllt, gilt: Schweigen! Auf diese Weise erwerben Sie eine gute Grundlage für Diskretion.

Tipp 2: Halten Sie Ihre dienstlichen Aufzeichnungen unter Verschluss!

Was offen herumliegt, ist den neugierigen Blicken Dritter schonungslos ausgeliefert. Sorgen Sie daher dafür, dass keine Ihnen anvertrauten dienstlichen Dokumente oder Aufzeichnungen unverschlossen bleiben. Nutzen Sie einen abschließbaren Schreibtisch oder Schrank. Bewahren Sie brisante Papiere gegebenenfalls in einer Aktentasche mit Zahlen- oder Sicherheitsschloss auf. Stellen Sie ferner sicher, dass Ihnen bei der Bildschirmarbeit kein Unbefugter über die Schulter sehen kann. Anderenfalls droht auch hier ein Abfluss von Informationen.

Tipp 3: Führen Sie vertrauliche Telefonate nur ungestört!

Achten Sie darauf, dass Sie bei vertraulichen Telefonaten nicht belauscht werden können. Weder sollten Sie im Treppenhaus noch in Bereichen telefonieren, über die Sie keinen vollständigen Überblick haben. Ziehen Sie sich stattdessen in abgelegene und ruhige Bereiche des Hauses zurück. Sollte eine Person den Raum betreten, unterbrechen Sie Ihr Telefonat kurz und bitten Sie den Eintretenden mit ein paar freundlichen Worten darum, das Zimmer wieder zu verlassen. Signalisieren
Sie ihm aber, dass Sie sich im Anschluss an Ihr Telefonat unmittelbar um sein Anliegen kümmern werden.

Tipp 4: Niemals zwischen geschäftlichen und privaten Geheimnissen unterscheiden!

Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, wird oft vergessen: Diskretion und Verschwiegenheit betreffen sowohl die geschäftlichen als auch die privaten Dinge im Leben Ihres Dienstherrn! Insbesondere Fahrer oder Hausmeister stehen in der Gefahr, sich zwar über unternehmensspezifische Angelegenheiten gegenüber Dritten auszuschweigen, die eine oder andere vielleicht lustig anmutende private Episode im Alltag ihres Chefs jedoch auszuplaudern. Ein solches Verhalten ist nicht
hinnehmbar und kann unter Umständen ernste Konsequenzen nach sich ziehen! Hausangestellte sollten daher nie zwischen geschäftlichen und privaten Geheimnissen unterscheiden, sondern alles, was sie während ihrer Tätigkeit erfahren oder erleben mit derselben Diskretion behandeln.

Tipp 5: Seien Sie auch untereinander verschwiegen!

Nicht selten arbeiten in einem Haus mehrere Dienstboten oder Angestellte. Obwohl für sie alle die gleiche Verschwiegenheitsregelung gilt, haben die einzelnen Kräfte unterschiedlichen Einblick in persönliche oder geschäftliche Vorgänge. Dass nicht jeder alles weiß, ist ein guter Schutz! Seien Sie daher auch untereinander verschwiegen. Erzählen Sie keine Episoden oder Erlebnisse aus Ihrem dienstlichen Alltag im Kollegenkreis. Abgesehen von der Tatsache, dass Ihre Diskretion Ehrensache sein sollte, wird das in Sie gesetzte Vertrauen im Falle des Offenbarwerdens weitergegebener Informationen an Dritte anderenfalls nachhaltig negativ belastet.

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