Tipps und Tricks

Pflege und Erhalt von Gemälden

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Werterhalt Gemälde

Wer sich etwas Wertvolles leisten kann, möchte das auch zeigen. Doch was bei Autos, Yachten und Schmuckstücken relativ problemlos möglich ist, gestaltet sich bei Gemälden schwierig. Vor allem Ölbilder stellen ganz besondere Ansprüche an eine schadensfreie Präsentation. Welche das sind, verraten wir Ihnen hier:

Faktor 1: Das Raumklima

Eine gleichbleibende Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind das A und O für den Werterhalt von Gemälden. In Galerien oder Museen werden ölgemalte Exponate bei exakt 21oC und konstanten 45% gezeigt bzw. gelagert. Diese Bedingungen lassen sich in Privaträumen zwar nur schwer realisieren; aber auch hier können Sie viel dafür tun, ein förderliches Raumklima zu schaffen.

Achten Sie darauf, dass die Temperatur möglichst wenig schwankt. Die maximal zulässige Abweichung beträgt 7 Grad Celsius – womit das Optimum zwischen 14 und 21 Grad Celsius liegt.  Alle darunter- oder darüber liegenden Werte greifen den Farbauftrag an; besonders dann, wenn sie sprunghaft oder immer wieder fallen bzw. steigen.

Die perfekte Luftfeuchte für Ölgemälde liegt nur wenig über dem Mindestwert für Wohn-, Arbeits- oder Schlafräume. Möchten Sie hier ein originales Meisterwerk präsentieren, müssen Sie entsprechende Abstriche machen. Verzichten Sie bei der Ausstattung des Raumes auf Kunststoffe, Zimmerpflanzen oder versiegelnde Anstriche. Ziehen Sie statt dessen feuchtigkeitsspeichernde und unbehandelte Materialien wie Holz, Kork, Wolle, Baumwolle oder Seide vor.

Damit die Wände und der Fußboden des Präsentationsraumes atmen können, dürfen sie weder mit Lack- noch mit Latexfarben behandelt sein. Beide Anstrichmittel behindern die Luftzufuhr und halten Feuchtigkeit im Raum.

 

Faktor 2: Das Licht

Wie oft, wie lange und wie intensiv ein Ölbild beleuchtet wird, hat erheblichen Einfluss auf seine Qualität. Vor allem UV-Strahlung lässt die Farben nachhaltig ausbleichen und an Brillanz verlieren.
Platzieren Sie das Bild so, dass es keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist oder bringen Sie Licht- und UV-Schutz-Vorrichtungen am Fenster an. Bei künstlicher Beleuchtung sollten Sie auf Kaltreflektoren oder LED-Lampen zurückgreifen bzw. Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren installieren, die das Objekt nur bei Bedarf bzw. über einen bestimmten Zeitraum illuminieren.

Doch auch zu wenig Licht schadet den Farben. Hängen Sie das Gemälde in einen nur wenig beleuchteten Raum, dunkelt es im Laufe der Zeit stark nach und verliert seine Ausdruckskraft ebenfalls.

 

Faktor 3: Die Rahmung

Anders als Fotografien, Zeichnungen oder Drucke benötigen Ölbilder ein Mindestmaß an Luftzufuhr. Darum dürfen Sie echte Gemälde niemals hinter Glas- oder Kunststoffscheiben setzen; sondern müssen sie in offenen Rahmen präsentieren. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass sich Kondenswasser bildet und die Oberfläche des Bildes von Schimmelpilzen befallen wird.

Auch der Rahmen selbst sollte aus atmungsaktivem Material bestehen oder durch eine geeignete Einlage auf Abstand vom eigentlichen Bild gehalten werden. Ansonsten kann es unmittelbar hinter den Rahmenleisten zu unerwünschten Feuchtigkeitsansammlungen kommen – die ihrerseits wiederum für eine Beschädigung des Malgrundes oder des Farbauftrages sorgen.

Die Maße des Rahmens müssen dem des eingefassten Objektes entsprechen oder durch ein Passepartout angeglichen werden, damit das Gemälde sicheren Halt findet. In einer zu großen Einfassung rutscht
das Kunstwerk herunter und erleidet Knick- und Druckstellen, die zu Farbrissen oder -absplitterungen führt.

Das Gleiche passiert, wenn der Rahmen zu klein ist und die Ränder des Bildes zusammendrückt. Desweiteren kann es auf diese Weise zu Falten oder Dellen kommen, die ähnliche Folgen haben können.

 

Faktor 4: Die Hygiene

Ein häufig unterschätzter Aspekt ist der Schaden durch Kleintiere wie Spinnen, Insekten o.ä. Sie können dem Bild sowohl Fraßschäden zufügen als auch Kotspuren hinterlassen. Selbst wenn diese Umstände vernachlässigenswert erscheinen, schmälern sie auf Dauer oder in Massen den Wert des Gemäldes. Im Extremfall können die Ausscheidungen der Tiere zur Zerstörung der Farbschichten führen.
Um Ablagerungen zu verhindern, empfehlen Maler und erfahrene Restauratoren, den Rahmen und das Bild mindestens einmal täglich mit einem Straußenfeder-Wedel abzustauben. Das Überstreichen oder
-wischen mit Tüchern sollten Sie vermeiden, da es mikrofeine Erosionen verursacht, die sich im Laufe der Zeit zu größeren Schäden summieren.

 

Faktor 5: Die Reinigung

Muss das Kunstwerk gründlicher gesäubert werden, helfen die Tricks aus Großmutters Erfahrungsschatz besser als jedes Reinigungsmittel. So soll der Einsatz von Weißbrot wirksamer und schonender sein als der feinste Schwamm. Seine fein-poröse Struktur und die geringe Restfeuchte der Krume sind ideal, um die Farbschichten von Staub oder Flecken zu befreien.

Vom Überstreichen mit rohen Zwiebeln oder aufgeschnittenen Kartoffelknollen raten Experten dagegen ab. Sie sorgen zwar für einen feinen Glanz und eine gewisse Versiegelung; bergen jedoch die Gefahr, einzelne Stellen des Bildes zu beschädigen. Vor allem, wenn die Farbschichten bereits Risse aufweisen, sollten Sie von einer solchen Behandlung Abstand nehmen und die Reinigungsarbeit lieber einem Profi überlassen.

Er kann das Bild mit einem Firnis überziehen oder einen bestehenden, aber schadhaften Firnis ersetzen. Ein solcher Anstrich auf Öl-, Harz- oder Alkoholbasis schützt das Gemälde auf Dauer zuverlässig und erleichtert das Reinigen.

Jörg Schmidt
Jörg Schmidt
Geschäftsführer von Edumondi. Jörg ist Experte für Service, Kommunikation & Haushaltsmanagement. Nach seiner Ausbildung in einem 5 Sterne Hotel hat er viele Jahre in Luxushotels und als Butler in Privathaushalten gearbeitet. Er verfügt über 30 Jahre Berufserfahrung.

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