Geschichte und Herkunft

Woher stammt der Begriff Butler

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Einführung in die Welt der teuren Spirituosen

Woher stammt der Begriff Butler ?

Selbst renommierte Nachschlagewerke erklären den Begriff und den Beruf von Butler ganz einfach mit „Diener in gehobenem Haushalt“. Dieser an sich schon unzureichenden Umschreibung wird gern noch die Behauptung „vor allem in England“ hinzugefügt. Doch sowohl ein Blick auf die Worte selbst als auch auf das dahinterstehende Tätigkeitsfeld und auf die Geschichte des Berufes offenbart etwas ganz anderes…

Vom Fass zur Flasche

Die am weitesten zurückreichenden Wurzeln der Begriffe Butler finden sich in der Sprache des späten Römischen Reiches. Die hier gebräuchlichen „butticulae“ bezeichneten kleine Fässer oder Krüge, welche zur Aufbewahrung bzw. zum Servieren von Wein dienten. Von dieser Vokabel abgeleitet ist das heute noch aktuelle französische Wort „bouteille“ für „Flasche“. Sein Gebrauch datiert aus dem 17. Jahrhundert – jener Zeit, in der sich Glas als Gebrauchsware durchzusetzen begann und zunehmend auch als Vorratsbehälter für kleinere Mengen Wein zum Einsatz kam.

Aus dem Keller in die Küche

Was diese Ausführungen über Vorratshaltung mit der Bezeichnung für einen Haushaltsmanager zu tun hat, erklärt sich durch das an „bouteille“ angelehnte Wort Bouteillier. Der so bezeichnete Diener eines Hauses war vornehmlich mit der Bestückung und Beaufsichtigung des Weinkellers betraut – und damit ein direkter Nachfolger des bis dato üblichen Mundschenks. Als solcher stand er stets unter der Aufsicht einer ranghöheren Hauswirtschafterin – welche den Bouteillier gelegentlich auch mit Einkäufen und der Bevorratung der Speisekammer beauftragen konnte.

Vom Festland auf die Insel

Das auf diese Weise erweiterte Tätigkeitsfeld französischer Bouteilliers weckte auch in Übersee Interesse. Weil Weintrinken auf den britischen und schottischen Inseln deutlich weniger verbreitet war als auf dem Festland, litten die hier beschäftigten „Flaschenhüter“ an chronischer Unterbeschäftigung. Umso lieber übertrugen englische Adlige ihnen zusätzliche Aufgaben. Damit schufen sie sich nicht nur einen Angestellten nach dem Vorbild des  französischen Haushaltsmanagers – sondern gaben ihm auch eine neue Bezeichnung.

Vom Bouteillier zum Butler

Mit dem Übergang in einen anderen Sprachraum änderte sich neben der hauptsächlichen Beschäftigung nämlich gleichzeitig die Phonetik: Das etwas einfacher strukturierte Englisch machte aus dem klangvollen „Bouteillier“ den leichter auszusprechenden „Buteler“. Ein Wort, das die Bewohner der Inseln an frühere Zeiten erinnert haben muss, denn es findet sich bereits im mittelalterlichen Anglonormannisch – wo es zwar keinen Hauswirtschafter bezeichnete, aber immerhin eine Person, die mit der Beaufsichtigung des Kellers und des darin lagernden Weines beauftragt war.

Butlerin, weiblicher Butler oder Butleresse?

Die auf so seltsame Weise miteinander verschlungenen sprachlichen Pfade erklären auch, warum sich für die „Hauswirtschafter im gehobenen Haushalt“ der Begriff Butleresse durchgesetzt hat: Er ist eine Reminiszenz an den Ursprung seiner maskulinen Version, denn sowohl französisch als auch anglonormannisch gehören zur Familie der romanischen Sprachen. Mit dem Anhängen der hierfür übliche weiblichen Endung -esse stehen Butler oder Butleresse auf einer Stufe mit dem Duc und der Duchesse – also dem Herzog und der Herzogin, deren Haushaltsmanager/in sie sind. Wenn das mal nicht mehr als ein linguistischer Zufall ist…

Jörg Schmidt
Jörg Schmidt
Nach meiner Ausbildung in einem 5 Sterne Hotel habe ich selbst viele Jahre in Luxushotels und als Butler in Privathaushalten im In- und Ausland gearbeitet. Meine Expertise aus über 30 Jahren hat 2016 zur Gründung der Deutschen Butlerakademie geführt. Ich bin selbst noch gelegentlich als Butler im Einsatz und widme mich den Themen Service-Exzellenz, Haushaltsmanagement und Kommunikation.

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